Sonntag, 6. Februar 2011

Hirntod

Mir ist nach meinem letzten Blogeintrag zum Thema "Neuregelung der Organspende" von einem "Selbstbetroffenem" in einem Kommentar vorgeworfen worden, ich würde nur einseitige Aufklärung betreiben und nicht kontrovers genug mit dem Thema Hirntod umgehen...............

Es hat ein paar Tage gedauert bis ich es hin bekommen habe, aber ich konnte eine MP3 Datei aus der Mediathek hochladen, aus der Reihe "NDR INFO - Lebenswelten" mit dem Titel "Hirntod".
Das Ganze ist knapp 28 Minuten lang................, doch für Interessierte und Kritiker bestimmt sehr interessant !!!!!


Und wer es akustisch nicht richtig verstanden hat, kann es hier nochmals nachlesen :

Bevor Organe entnommen werden dürfen, diagnostizieren zwei unabhängige und dafür qualifizierte Ärzte, die nicht an der Transplantation beteiligt sein dürfen und keinem Transplantationschirurgen unterstehen, den Hirntod. Die Bundesärztekammer hat dafür den Ablauf und das Verfahren genau festgelegt. Zunächst werden die so genannten Hirnstammreflexe und die Spontanatmung getestet. Beim Pupillenreflex wird zum Beispiel geprüft, ob sich die Pupillen bei Lichteinfall verengen. Bei Hirntoten fehlt dieser Hirnstammreflex. Weitere Hirnstammreflexe sind der Hornhautreflex, bei dem sich das Augenlid schließt, wenn man die Augenhornhaut berührt. Der Husten- und Würgereflex wird ausgelöst, wenn der Rachenraum berührt wird. Selbst Koma-Patienten haben Schmerzreaktionen im Gesicht und wenn man den Kopf schnell kippt, machen die Pupillen eine langsame Gegenbewegung. Wenn alle diese Reflexe ausbleiben, wird die Spontanatmung geprüft. Schaltet man die Beatmung aus, wird normalerweise das Atmungszentrum aktiviert. Löst dies kein Atemzug aus, liegt ein Ausfall des Atemzentrums vor. Nun setzen weitere Untersuchungen ein. Beispielsweise wird ein EEG gemacht. Liegt dann ein Null-Linien-EEGvor und wird außerdem bei der so genannten Doppler-Sonografie mit Ultraschall kein Blutfluss im Gehirn nachgewiesen, gilt der Hirntod als zweifelsfrei. Weitere Untersuchungen zur Feststellung des Hirntodes sind die Perfusionsszintigraphie, bei der eine schwach radioaktive Substanz injiziert und ihre Verteilung im Gehirn gemessen wird, und die Angniografie, bei der die Gefäße geröntgt werden.

Folgendes stand noch in dem abgegebenen Kommentar............

Haben Sie in den öffentlichen Aufklärungen zur Organspende mal etwas Negatives dazu gefunden? Nirgendwo wird erwähnt, dass es durchaus andere Meinungen und sogar medizinische Belege in der Ärzteschaft gibt. Dies wird auch bei Ihnen nicht erwähnt.

Mein lieber Kritiker ;-) .............. Sie können mir glauben, dass ich schon häufig genug auf diese zum Teil aggressiven "Anti - Organspende - Seiten" im Internet gestossen bin und das dürfte wohl öffentlich genug sein !

Ich selbst trage auch einen Organspendeausweis bei mir (irgend etwas in mir, wird schon noch zu gebrauchen sein) und sollte der Fall eintreten, dass ich mit einem so stark geschädigtem Gehirn in einem Krankenbett liege.............., mit Beatmungsgerät und anderen Apparaturen, dann wissen meine Angehörigen, was sie zu tun haben............

Nämlich mit meinen Organen andere Leben retten !!!!!

1 Kommentare:

annarn hat gesagt…

In der Realität sieht das Leben anders aus als in einer Werbungsbroschüre. Ärzte machen Fehler, Geräte sind ungenau, und einen dichten Nachweis darüber ob das Schmerzempfinden bei einem Hirntod verloren geht gibts es nicht. Was es wohl gibt sind viele Widersprüche und seltsame Reaktionen der "toten" Spender auf die Explantation. Solange es zumindest nicht einen Gesetz gibt, dass dem Spender ein Anästhetikum verabreicht werden soll, bin ich dagegen.